Auto verkauft, Käufer meldet nicht um & baut Unfall

Gerade erreichte mich wieder die Frage einer Kundin, die Ihr Auto verkaufen möchte, was Sie dabei zu beachten hat.
Im speziellen Fall kommt der Käufer von weit her und möchte das Auto angemeldet mitnehmen, um es bei sich selbst vor Ort umzumelden.
Dieses Vorgehen ist grundsätzlich möglich, birgt aber für den Verkäufer und Versicherungsnehmer der KFZ-Haftpflichtversicherung eine Gefahr.

Auto richtig verkaufen

Bei Verkauf des Autos an eine Privatperson sollten Sie immer darauf Wert legen, dass Sie das Fahrzeug im Vorfeld abmelden. Der Käufer muss dann eben schon ein eigenes Kennzeichen oder ein Kurzzeitkennzeichen mitbringen.
Da dies nicht immer praktikabel ist, weil für den Käufer mit zusätzlichen Kosten verbunden oder Sie als Verkäufer oft froh sind, überhaupt einen Käufer gefunden zu haben, im Nachfolgenden ein paar Hinweise, wie Sie sich bei und nach dem Verkauf verhalten sollten:

  • Bitten Sie den Käufer um seinen Personalausweis, prüfen Sie diesen auf Echtheit und übertragen Sie die Daten inkl. Personalausweisnummer auf den Kaufvertrag (Das Autohaus macht es ja auch nicht anders, also sollte der seriöse Käufer damit kein Problem haben!).
  • Vermerken Sie im Kaufvertrag, dass das Fahrzeug angemeldet verkauft wird und räumen Sie dem Käufer eine knappe Frist zur Ummeldung ein.
  • Notieren Sie außerdem, dass der Käufer nach Übergabe für eventuelle Schäden aufkommt, das macht es im Falle eines Unfalles leichter, Regressforderungen durchzusetzen!
  • Geben Sie umgehend eine Kopie des Kaufvertrages an Ihre Versicherung weiter!
  • Geben Sie außerdem eine Kopie des Kaufvertrages zur Zulassungsstelle, diese wird den Käufer auffordern, das Fahrzeug zeitnah zu versichern und umzumelden.

Mit diesen Verhaltensregeln kann nicht verhindert werden, dass etwas passiert, während des Fahrzeug noch nicht umgemeldet ist, sie können aber dazu beitragen, Schäden für Sie selbst zu begrenzen.

Auto verkauft – Käufer baut Unfall

Ein solcher Fall ist mir im letzten halben Jahr einmal untergekommen.
Der Versicherungsnehmer verkauft sein Auto und auf dem Weg zu Zulassungsstelle verursachte der Käufer einen Unfall.

Wessen Versicherung tritt dann ein?

In einem solchen Fall tritt die KFZ-Haftpflichtversicherung ein, die zum Zeitpunkt des Unfalles für das Auto besteht – die des Verkäufers.
Auf Grund der Versicherungspflicht in Deutschland darf kein Fahrzeug ohne Haftpflichtversicherung im öfentlichen Verkehrsraum bewegt werden. Da der Käufer das Fhrzeug ummelden wollte, hatte er gerade die Versicherungsnummer für seine KFZ-Versicherung dabei – das Auto ist also immernoch auf den Namen des Verkäufers zugelassen und versichert.

Es wird also der Vertrag des Verkäufers belastet, mit allen Folgen – vor allem der Umstufung der SF-Klasse.

Möchte der Verkäufer dann ein neues Fahrzeug aus seinen Namen zulassen, gilt für ihn die neue SF-Klasse nach dem Unfall, die natürlich teurer ist.
Deshalb der Hinweis, im Kaufvertrag festzuhalten, wer für eventuelle Schäden haftet – es kann zivilrechtlich nämlich ein Anspruch an den Käufer durchgesetzt werden. Da ein Rechtsstreit langwierig und mit Kosten verbunden ist, hilft die Einigung bei Vertragsunterzeichnung ungemein.