Ist eine Forderungsausfalldeckung sinnvoll?

Im Zusammenhang mit der Privathaftpflichtversicherung fallen auch immer wieder die Begriffe Forderungsausfalldeckung, Ausfalldeckung oder Schadenersatz Ausfalldeckung.

Diese Forderungsausfalldeckung stellt einen zusätzlichen, kostenpflichtigen Baustein zur Privathaftpflichtversicherung dar und ist erklärungsbedürftig.

Forderungsausfalldeckung wofür?

Wenn Ihnen jemand einen Haftpflichtschaden zufügt, ist er Ihnen gegenüber Schadenersatzpflichtig. Diese Schadenersatzpflicht Ihnen gegenüber muss Kraft Gesetzes durch rechtskräftiges Urteil, Anerkenntnis oder Vergleich berechtigt sein. Sollte der Schädiger zahlungsunfähig sein und auch nicht über eine Privathaftpflichtversicherung verfügen (der Deckungsgrad in Deutschland sollte bei ca. 85% liegen), bleiben Sie auf Ihrem Schaden sitzen.

Beinhaltet Ihre Privathaftpflicht jedoch die Deckungserweiterung der Forderungsausfalldeckung, so übernimmt diese unter gewissen Voraussetzungen Ihren erlittenen Schaden.

Voraussetzungen für die Leistung der Forderungsausfalldeckung

Damit Ihre Privathaftpflichtversicherung Ihren eigenen Schaden übernimmt, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Der Schadenverursacher muss zahlungsunfähig sein. Zahlungsunfähig bedeutet in dem Fall, dass er keine finanziellen Mittel besitzt, um Sie für ihren Schaden zu entschädigen und dass er auch keine Privathaftpflichtversicherung besitzt.
  2. Der zahlungsunfähige Schadenverursacher muss einen Offenbarungseid leisten.
  3. Um Ihre Forderung geltend zu machen, müssen Sie für diese einen rechtskräftigen, vollstreckbaren Titel besitzen.
  4. Je nach Versicherungsunternehmen muss eine Mindestschadenhöhe vorliegen, auch kann es eine Höchtsentschädigungsgrenze geben, hierzu befragen Sie bitte Ihren Versicherungsvertreter.

Wenn diese Vorasussetzungen erfüllt sind, bekommen Sie die Entschädigung, die Ihnen von Rechts wegen zusteht, von Ihrer eigenen Privathaftpflichtversicherung bezahlt.

Macht eine Forderungsausfalldeckung Sinn?

Der Deckungsgrad für die Privathaftpflichtversicherung liegt in Deutschland bei geschätzten 85% – d.h., jeder 7. Deutsche geht ohne eine Privathaftpflichtversicherung durch´s Leben. Das mag ganz verschiedene Gründe haben, aber meist geht es darum, Geld zu sparen.

Verursacht also jemand, der nicht haftpflichtversichert ist (die Chance steht bei 1 : 7 !), einen ersatzpflichtigen Schaden zu Ihrem Nachteil, besteht das Risiko, dass Sie die finanziellen Folgen selbst tragen müssen. Sind die Voraussetzungen für die Leistung der Forderungsausfalldeckung erfüllt, wird diese Sie entschädigen.